"Nach mehrstündiger, emotional geführter Debatte hat der Neckar-Odenwälder Kreistag bei seiner Sitzung am Mittwoch in Mudau die vorläufigen Weichen für die Zukunft der beiden Krankenhäuser in Mosbach und Buchen gestellt. Demnach bleibt zunächst alles beim Alten: Die beiden Häuser sollen trotz Millionen-Defizit für die kommenden drei Jahre unverändert weiterbestehen, eine endgültige Entscheidung soll frühestens also 2029 getroffen werden."
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Neckar-Odenwald-Klinik Mosbach
"Klinikrebellen" zweifeln am Downgrade-Gutachten
Ein lokales Bündnis hat einen Krankenhausexperten die Empfehlungen zur Neuausrichtung der Kliniken analysieren lassen.
04.04.2026
Um die eigenen Zweifel am Gutachten bzw. den darin gezogenen Schlüssen zu prüfen, hat man mit Klaus Emmerich (siehe unten) einen Experten zurate gezogen. Emmerich gilt als "leidenschaftlicher Klinikretter"; er unterstütze die Mosbacher Gruppe unentgeltlich, wie Lauth betont. Emmerichs Auftrag sei es gewesen, das Gutachten neutral und ergebnisoffen zu überprüfen.
Nach Analyse Emmerichs (dem das Gutachten in kompletter Form vorlag) ist man überzeugt, dass das Gutachten "einer sachgerechten medizinischen und wirtschaftlichen Empfehlung mit nachvollziehbaren Daten nicht entspricht". Man sieht manche Aspekte gänzlich außer Acht gelassen, während andere auf unrichtigen Annahmen beruhten, sodass die Empfehlung für Buchen als Schwerpunktkrankenhaus und Mosbach als Sektorenübergreifender Versorger eben "nicht nachvollziehbar" sei.
Man komme gar zu einem gegenteiligen Schluss, erläutert Allgemeinmediziner Dr. Gunther Leibfried. Unverständlich sei dabei vor allem, dass mit Mosbach das Krankenhaus geschlossen und umgewandelt werden soll, "das medizinisch hochwertigere Leistungen, höhere stationäre Umsätze und einen umfassenderen Sanierungsstatus" nachweisen könne.
Auch stehe aktuell für die Landesregierung weder das Krankenhaus Mosbach noch das in Buchen (für das bekanntermaßen ein sogenannter Sicherstellungsauftrag besteht) zur Diskussion. Eine Schließungsdebatte "von oben" gebe es also nicht. Im Kreis gebe es die ob der unbestreitbaren finanziellen Belastungen. "Im vorauseilenden Gehorsam" Standorte gefährden, sei aber nicht der richtige Weg, zumal Emmerich und das Bündnis die Adressaten für Klinikschließungen im Rahmen des Krankenkassenreform-Anpassungsgesetzes (KHAG) in "Kliniken ohne Basisnotfallversorgung" sehen.
Bei den verbleibenden Krankenhäusern wie Mosbach und Buchen mit einer solchen Basisnotfallversorgung rechnet man zudem mittelfristig mit einer auskömmlicheren Budgetierung (durch Vorhaltepauschalen etc.). Von einem Defizit geht man weiter aus, wohl aber "in einem "erträglicheren Maß". Eine solche Betrachtung finde sich im Gutachten nicht, bemängelt Gunther Leibfried. ...
... In Mosbach würden zwar weniger Patienten, aber per Casemix (Relation der Erkrankungsschwere) schwerere – und damit ertragreichere – Fälle behandelt als in Buchen. In Zahlen bedeute dies 2,1 Millionen Euro mehr Umsatz. ...
... Ein klares Minus prognostiziert Klaus Emmerich bei der empfohlenen Neuausrichtung an anderer Stelle: Durch den Transfer bisheriger stationärer Leistungen in ambulante Leistungen (in die SüV) befürchtet er einen Umsatzeinbruch im Umfang von rund 6 Millionen Euro.
Emmerich zufolge fehle im Gutachten eine "fundierte Wirtschaftlichkeitsberechnung"; auch die aufgeführten Auslastungsquoten und der daraus abgeleitete (geringe) Zuspruch wird in Zweifel gezogen. So seien etwa in Mosbach zwei aktuell geschlossene Stationen fälschlicherweise miteingerechnet worden.
Warken: „Keiner möchte das Krankenhaus im Neckar-Odenwald-Kreis aufgeben“
Bundesministerin wies auf stark reformbedürftige Strukturen hin. Gutachter Philipp Letzgus bewertete die Patientenströme nach Buchen positiv.